Welche Farben gibt es?

Eigentlich kann man dieses Thema in ein paar Unterkategorien ganz gut erklären.

Einführung in Genetik
Grundfarben
Verdünnung
Tabby-Zeichnung
ohne Zeichnung
Silber und Smoke
Weiß
Fehler in der Erbinformation



Für noch mehr Informationen bitte auf die Bilder klicken

Eine kurze Einführung in die Genetik

Ja, das muss sein, denn sonst versteht man im laufenden Text nur Bahnhof. Aber keine Angst, es wird weder umfangreich, noch viel. Nur soviel, dass man das Wissen auch anwenden kann :-).
Wie eine Katze später mal aussehen wird, das bestimmen die einzelnen Gene der Katze. Die Gene tragen die Information, wie sich ein bestimmtes Merkmal, z.B. die Fellfarbe, ausprägt. Diese Gene wiederum liegen auf Chromosomen der Katze tragen also die Erbinformationen. Jedes einzelne dieser Chromosomen hat einen Partner. Denn bei der Entstehung des Lebens bekommt das Kitten ja Erbanteile der Mutter und des Vaters. Auf jedem dieser Partner ist ein Gen für ein und das selbe Merkmal verantwortlich (deshalb werden die Gene immer mit zwei Buchstaben beschrieben), doch dieses Merkmal kann unterschiedlich aussehen. Denn die Mutter konnte ja z.B. eine rote und der Vater eine schwarze Katze gewesen sein.
Dann gibt es noch dominante (Großbuchstabe), und rezessive (kleiner Buchstabe) Gene. Ein dominantes Gen überdeckt  ein Rezessives. Das heißt, dass das Merkmal des Rezessiven nicht ausgebildet wird. Damit ein rezessives Merkmal erscheint, muss dies sowohl beim Vater als auch bei der Mutter vorliegen. Es muss also reinerbig sein. Es gibt aber auch Gene, die sind gleichberechtigt, hier bilden sich dann beide Merkmale gleichzeitig aus.
So, ich denke das reicht erst mal fürs Vorwissen, jetzt geht es ans Eingemachte...

Die Farben der Katzen

Es ist alles nur halb zu schlimm, denn bei Katzen gibt es gerade mal zwei Farben, und das sind Schwarz und Rot. Diese Grundfarben können aber durch Einflüsse verschiedener anderer Gene unterschiedlich aussehen. Doch mehr dazu später, zurück zu den Grundfarben.
Der Farbbaustein der Katze sitzt auf den Geschlechtschromosomen. Diese Chromosomen entscheiden, ob es eine Kätzin oder ein Kater ist. Eine Kätzin hat XX, und ein Kater XY. Das Farbgen sitzt aber nur auf dem X-Chromosom. Dies ist auch der Grund, warum nur eine Kätzin Schwarz (Xo) und Rot (XO) gleichzeitig tragen kann, denn sie hat ja zwei Rot aus. 
Wenn sie einen bunten Kater zu Gesicht bekommen, dann hat dieser einen Gendefekt. Mehr dazu lesen Sie unter Erbfehler.
Gerade bei den amerikanischen Linien sieht man häufig als Farbbezeichnung "brown-tabby". Auch diese Katzen sind genetisch schwarz, haben aber einen sehr warmen Ton, so dass sie die Bezeichnung brown-tabby bekommen haben.

Verdünnte Grundfarben

Schwarz und Rot können nun aber ganz anders aussehen, nämlich blue und creme. Dies bewirkt das Gen für Verdünnung (d). Das Verdünnungsgen ist rezessiv, es muss also reinerbig (dd) vorliegen, damit das Merkmal zu sehen ist. Dieses Gen bewirkt einfach dass die Pigmentierung im Fell nicht voll ausgeprägt wird, deshalb sehen die Farben dünner aus.

Die Tabby-Zeichnung

Der Buchstabe für die Tabby - Zeichnung ist T bzw. t (wird öfters auch tb "blotched tabby" geschrieben). Eine Tabby - Zeichnung gibt es in zwei Varianten, einmal die Mackerel - Zeichnung (mc), welche die dominante ist, und einmal die Classic- Zeichnung (cl), welche rezessiv ist.
Eine Katze welche die klassische Räderzeichnung hat, ist also immer reinerbig (tt oder auch tbtb) und kann somit auch nur diese Zeichnung weitervererben. Eine Katze, welche mackerel ist, kann die mackerele aber auch die klassische Zeichnung weitervererben. Denn Ihr Genpool kann reinerbig (TT) oder auch mischerbig (Tt oder auch Ttb) sein. Das dominante Gen überdeckt einfach das rezessive, aber es ist trotzdem vorhanden, und kann weiter vererbt werden.
Bei der Tabby Zeichnung gibt es noch zwei weitere Genotypen. Einmal das Ta das Abessinier Tabby, und des weiteren das Tsp das spotted Tabby. Sie sind in vielen Vereinen bei den Maine Coons zwar noch nicht anerkannt, aber trotzdem gibt es schon einige Coonies mit diesen Merkmalen.
Fangen wir mit den einfacheren an. Das Spotted - Gen sp (man nimmt an, das es ein eigenständiges Gen ist) sorgt dafür, dass die Tabby - Zeichnung aufgerissen wird. Die Katzen sehen dann also getupft aus.
Das Gen Ta sorgt dafür, dass das Fellkleid getickt ist, wie bei den Abessinier Katzen. Das bedeutet, dass die dunklen Bereiche der Tabby - Zeichnung verschwinden. Nur am Kopf oder an den Beinen sind manchmal noch die Ringe erkennbar. Bei getickten Katzen ist das Haar im gesamten Fell gebändert. Bei den normalen Tabbys ist dies nur in den helleren Bereichen der Fall, die Haare der Tabbymusterung sind durchgefärbt, also ohne die Bänderung.

Katzen ohne Zeichnung

Es gibt aber auch Katzen, die haben keine Tabby - Zeichnung. Dies liegt allerdings nicht daran, dass sie kein Tabby - Gen haben, sondern weil sie ein weiteres Gen haben, welches dem Tabby - Gen gegenüber dominant ist. Man nennt es das Non - Agouti - Gen (a). Es sorgt dafür, dass die Bänderung des Haarkleides aufgehoben wird. Das Non - Agouti - Gen ist dem Tabby-Gen gegenüber zwar dominant, aber nur wenn es reinerbig (aa) vorliegt. Katzen die im Genpool Aa zeigen sind zwar Non-Agouti Träger, zeigen aber trotzdem ihr Tabby.
Rote Katzen im übrigen Zeigen immer eine Tabby - Zeichnung, auch wenn sie reinerbig für Non - Agouti sind. Dies wird dann Geisterzeichnung genannt. Anhand dieser roten Katzen erkennt man aber, dass auch wenn man es an der Katze selbst nicht sieht, das Gen für das Tabby vorhanden ist, und es dementsprechend weiter vererbt werden kann.

Silber und Smoke

Silber und Smoke sind genetisch gesehen ein und das selbe. Es ist halt eben nur, dass man bei Tabbys von Silber und bei Non - Agouti - Katzen von Smoke spricht.
Verantwortlich für die Silverzeichnung ist das Inhibitor-Gen (I). Dieses dominante Gen verhindert (inhibit - engl. verhindern) eine vollständige Pigmentierung des Haares. Dieses Haar ist dann an  der Wurzel weiß, und nur der obere Bereich ist gefärbt. Es ist auch vollkommen unterschiedlich, wie weit der Pigmententzug das Haar hinauf reicht. Bei Silver-shaded Katzen ist nur noch das obere Viertel der Haare pigmentiert. Und wenn nur noch die Haarspitzen eine Färbung aufweisen, spricht man von Chinchillas. Dies kommt bei den Coonies aber noch nicht vor.

Weiß und Weißscheckung

Dies sind zwar zwei unterschiedliche Gene (für Weiß: W und für Weißscheckung: S) aber die Wirkungsweise ist die Selbe. Das S-Gen bewirkt, wie der Name schon sagt eine Weißscheckung der Katze, während Beim W-Gen die Katze vollkommen Weiß ist. Die beiden Gene sind den Farbgenen gegenüber dominant. Im Erscheinungsbild der Katze überdeckt das Weiß also nur die eigentlichen Farben.
Durch diese Gene wird die Einlagerung von Pigmenten im Haarkleid der Katze verhindert. Deshalb hört man auch immer von reinweißen Katzen, welche Taub sind, denn die Sinneshaare im Gehör erhalten erst durch die Einlagerung von Pigmenten ihre Stabilität.
Noch zum Schluss: Eine weiße Katze ist nicht gleich ein Albino. Bei Albinismus wirken ganz andere Gene. Auch ist die Wirkungsweise eine andere, denn ein Albino hat sehr wohl Pigmenteinlagerungen im Fell, diese sind nur farblos. Bei einem Albino ist die Produktion des Melanin gestört.

Fehler in der Erbinformation

Was sind eigentlich Gendefekte?
Ein Gendefekt liegt vor, wenn sich am Chromosomhaushalt, oder an einem Chromosom selber etwas verändert. Bei Menschen ist der Bekannteste Gendefekt das Down-Syndrom, oder auch Trisomie 21 genannt. Hier sagt schon der Name, dass vom 21. Chromosomenpaar nicht zwei, sondern drei Chromosomen vorhanden sind. Gendefekte entstehen immer bei einer Zellteilung. Während der Zellteilung werden die Chromosomenpaare getrennt. Dabei kann es vorkommen, dass diese Trennung nicht vollständig abläuft, und somit in einer Zelle später drei Chromosomen, und in der anderen nur eines ist.
Während der Zellteilung kann es aber auch zum "Crossing Over" kommen. Dabei überlappen sich die Chromosomenpaare und Tauschen gegenseitig ihre Erbinformation. Wenn nun aber der Bruch nicht an beiden Chromosomen identisch ist, führt es in der einen Zelle zu einem Überschuss an Erbinformationen, und in der Anderen fehlen welche.
Dies alles hat Auswirkungen auf das Leben der Katze. In den meisten Fällen sterben die befruchteten Eizellen, welche ein Gendefekt aufweisen schon im Mutterleib ab. Aber es kommt auch vor, dass so ein Defekt nicht gleich tödlich ist für das ungeborene Kitten, und aus diesem Grunde gibt es auch dreifarbige Kater. Diese Kater haben einfach ein X-Chromosom zu viel. Solche Klinefelter Kater (XXY) können dadurch natürlich auf dem einen X - das Rote, und auf dem anderen X - Chromosom das schwarze Farbgen tragen. In den meisten Fällen sind diese Kater aber unfruchtbar.